Reiseberichte

Zurück in Deutschland

... und doch noch 7.000 km von Erlangen entfernt

16.5.2017 - Chatillon-sur-Chalaronne (82184 km)

In Altheim nahe der deutschen Grenze ein Kurzbesuch bei Heinz, einem Mitglied im Radreise-Forum. Am nächsten Tag die Rückkehr nach Deutschland. In Burghausen reise ich ein. Fahre weiter zum Chiemsee, wo ich auf einem Zeltplatz in Prien übernachte. Erlangen dürfte nur 250 Kilometer entfernt sein. Aber wegen meiner weiten Runde zu den Partnergemeinden in Westeuropa liegen noch ca. 7000 Kilometer vor mir.

Friends de Tour

Besuch in Erlangens Partnergemeinde Beşiktaş

15.4.2017 - Suceava (79507 km)

Bei trübem Wetter mit knapp 10 Grad stehe ich an der Auffahrt zur Bosporus-Brücke. Die dunklen Wolken halten glücklicherweise ihren Regen zurück. Drüben, auf der anderen Seite der Meerenge, liegt der europäische Teil Istanbuls. Die Blaue Moschee, die Hagia Sophia und der markante Galata-Turm sind deutlich zu erkennen.

Alles anders

25.3.2017 - Karamürsel (77871 km)

Die "Grande Europa" wird mich weit von der geplanten Route durch die Türkei abbringen. Wir fahren nach Salerno, das südlich von Neapel liegt. Eine dreitägige Schiffsreise durch das halbe Mittelmeer. Von Salerno muss ich dann einen langen Weg zurück nach Osten radeln, um in Istanbuls Stadtteil Beşiktaş das nächste Erlanger Grußschreiben auszuliefern.

V.I.P.

Gut behütet durch Ägypten

27.2.2017 - Ein Gedi (76063 km)

Die Polizeiwagen folgen mir schon seit dem Nachmittag. Anfangs dachte ich, dass es immer derselbe ist. Als mich dann aber einer der Wagen kurz überholte und ein neues, freundliches Gesicht aus dem Seitenfenster heraus grüßte, erkannte ich, dass sie sich ablösen. Meistens passiert das im fliegenden Wechsel, alle zehn bis zwanzig Kilometer.

Zu Gast bei den Schurken

oder: Bei den Bösen auf Achse

1.2.2017 - Abu Sir (75382 km)

Besonders angenehm bei den Begegnungen mit den Sudanesen ist, dass es ihnen einfach nur um die Gespräche mit dem Fremden geht. Niemand ist auf das Geld des Besuchers oder auf andere Vorteile aus. Keiner fragt mich, ob ich ihm ein Visum für Deutschland organisieren kann. Ohne jeden Argwohn kann ich mich auf alles einlassen. Solche ungezwungenen Kontakte sind in Afrika selten geworden.

Das Irrenhaus

2.1.2017 - Karima (73663 km)

Wenn noch ein paar Männer dazukommen, können sie mich zerrupfen. Ich spüre wieder diese gefährliche äthiopische Tendenz zur Mobbildung. Als sich ein Bus von hinten nähert, fahre ich auf die Mitte der Straße, um das Fahrzeug zum Halten zu zwingen. "Shifta! Shifta!" rufe ich ("Banditen!") und deute auf die Verfolger. Während einige Passagiere auf die Männer einreden, nutze ich die Zeit, um Boden gut zu machen.

Der strauchelnde Strauß

Durch den Norden Kenias

9.12.2016 - Bahir Dar (72206 km)

"Willst du wirklich ausgerechnet jetzt durch Äthiopien fahren?" fragt Chris. Er führt das Globetrottercamp 'Jungle Junction' in Nairobi, den bekanntesten Treffpunkt der Afrikareisenden im Osten dieses Kontinents. Er erzählt, dass in den letzten Wochen - unabhängig voneinander - drei seiner Gäste wieder zurückgekommen sind, weil sie sich in Äthiopien nicht sicher gefühlt haben. Und die waren nicht mit dem Fahrrad unterwegs, sondern in Autos.

Einfädeln ins Nadelöhr

Ruanda / Uganda / Kenia

20.10.2016 - Nairobi (69769 km)

"Sie haben ja die Möglichkeit, nach Addis Ababa zu fliegen", erwidert die Konsulin. "Am Bole Airport bekommen Sie als Deutscher ein Visum." -- Warum denn fliegen? Auf meiner gesamten Reise war noch kein Flug nötig. Nicht einmal über die Ozeane. Und es gibt ja schließlich einen Landweg von Kampala über Kenia nach Äthiopien. "Kann man das Visum an der Grenze bekommen?" Eine rhetorische Frage von mir, denn die Antwort kenne ich.

Karibu!

Willkommen in Tanzania!

27.9.2016 - Kigali (68558 km)

Es ist die Hölle! Und mein Moskitospray mit immerhin 25% DEET beeindruckt die Tsetsefliegen nicht im Geringsten. Mit nur einer Hand am Lenker fahre ich über die Wellblechpiste, mit der anderen wedele ich vor dem Gesicht und versuche, die Fliegen auf den Armen, der Schulter, auf den Beinen und im Gesicht zu erschlagen. Ich treffe viele, aber diese Insekten sind wie aus Gummi und fliegen selbst nach einem Volltreffer meist weiter. Daher auch der Witz, dass sie eigentlich Zähzäh-Fliegen heißen müssten.

Give me!

Zambia und Malawi

25.8.2016 - Tukuyu (66937 km)

... verneige mich vor ihm und überreiche mit beiden Händen, was ich in meiner Tasche gefunden habe: nichts. Doch meine Belehrung läuft ins Leere. Die Enttäuschung ist bei mir größer als bei ihm! Er nimmt es nämlich amüsiert an, das Luftgeld, meinen Scheinschein, das Nichts. Er benutzt dabei ebenfalls beide Hände, was in Afrika die Wertschätzung betont. Und er bedankt sich höflich.

Fahrrad-Safari

... and: "Wait for your wife!"

17.7.2016 - Lusaka (65093 km)

Wären wir unter den gleichen Umständen in Südafrika unterwegs, hätte man uns nie - nie, nie! - mit dem Rad durch den Wildpark fahren lassen. Dort herrscht ein Sicherheitsdenken wie in Australien oder den USA. Auf der Autobahn darfst du dich gern auf ganz alltägliche Weise totfahren - aber bitte kein aufsehenerregendes Ableben, das schlechte Schlagzeilen macht.

Endlich mal ein Strafzettel

Und wieder Besuch aus Deutschland

7.6.2016 - Pontdrift (62743 km)

Ade Südafrika, du schönes Land, du zerrissenes Land. Sorgenvolle Menschen habe ich kennengelernt, Schwarze wie Weiße. Bürgerkrieg fürchten die einen, Zimbabwe-Zustände mit Landenteignungen die anderen. In 50 Jahren werde ich wiederkommen. Vielleicht ist bis dahin zusammengewachsen, was in der langen Zeit der Apartheid nicht zusammengehören durfte.

Im Krüger-Park

Ein Wiedersehen mit Inge und Helmut in Südafrika

23.5.2016 - Nkambeni Safari Camp (62137 km)

Kurz vor Silvester des letzten Jahres schickte mir Helmut per Mail eine überraschende Nachricht: Er hat seiner Frau Inge zum Geburtstag eine Reise durch Südafrika geschenkt. Und er selbst dürfe auch mitkommen, wie er augenzwinkernd ergänzte. Das sei im Mai, ob das wohl zeitlich passen würde und wir uns treffen könnten?

Unsere Antwort? Waffen!

Südafrika - Leben hinter dem Elektrozaun

1.5.2016 - Aliwal North (60879 km)

"You want to cycle through South Africa? You need a fire arm!" Das waren nicht etwa die Worte eines erzkonservativen Buren. Ein schwarzer Hafenarbeiter riet es mir gleich bei der Ankunft in Kapstadt, noch bevor ich das Containerschiff verlassen hatte.

Nach Afrika!

(Brasilien / Atlantik / Südafrika)

30.3.2016 - Kapstadt (59295 km)

Willi ist Nautischer Offiziersassistent und der einzige Deutsche an Bord. Der Kapitän und die meisten anderen Offiziere stammen aus Rumänien und aus der Ukraine, die unteren Dienstränge sind - wie auf Frachtschiffen allgemein üblich - von Filipinos besetzt.

Mit dem Laster zur Küste

(Argentinien / Brasilien)

29.2.2016 - Itajaí (59251 km)

Alles zusammen wiegt rund 70 Kilogramm. Ich habe nicht gedacht, dass es damit sooo mühsam werden würde. Das Gespann wackelt wie ein Lämmerschwanz, das Rad ist so kletterfreudig wie ein Tretboot. Damit schaffe ich ungefähr die Hälfte der üblichen Tageskilometer.

Fahrrad gestohlen

(Argentinien)

4.2.2016 - San Ignacio Miní (58093 km)

In einem kleinen Ort in Nordargentinien ist heute Nacht mein treues Patria-Reiserad gestohlen worden. Das ist auf meiner Weltumradlung natürlich ein Ereignis nahe am GAU. Ich weiß noch nicht, wie es jetzt weitergeht.

Blauer Dollar

(Argentinien)

12.1.2016 - Buenos Aires (56728 km)

Wegen des Weglügens der Inflation konnte sich die Regierung auch noch nicht durchringen, größere Geldnoten einzuführen. Noch immer gibt es nichts über dem 100-Peso-Schein. Vor 15 Jahren war der 100 Dollar wert, aber heute sind es eben nur noch sieben Dollar.

Festgefahren im Paradies

(Chile)

4.12.2015 - Segundo Corral (54206 km)

Am Abend erreicht uns die Nachricht, dass das Boot am Freitag rüberfährt, um ein paar Passagiere in Argentinien abzuholen. Aber heute ist erst Dienstag. Hm - so schnell ändert sich die Einstellung. Diese stille, abgelegene Gegend war für mich gerade eben noch das Paradies. Bis zu dem Moment, da ich die Freiheit verlor weiterzuziehen.

Atacama

(Bolivien / Chile)

5.11.2015 - Santiago de Chile (52753 km)

Frühmorgens gegen sechs Uhr wache ich auf, weil das Bett schaukelt. Die Erde bebt. Die Familienfotos auf dem Tisch neben dem Bett schwingen hin und her. Das erste Mal, dass mich ein Beben nachts überrascht. Schnell hinauslaufen kann ich nicht, denn der Tisch mit den schwankenden Fotos und das Bett stehen im 24. Stockwerk eines Hochhauses in Santiago de Chile.

Der Weiße Planet

2.10.2015 - San Juan (50740 km)

In der Region von Uyuni befinden sich einige Startrampen, über die man in eine andere Welt entschwinden kann. In eine völlig fremde Welt, eine lebensfeindliche, surreale - jenseits von Mutter Erde: Man gleitet hinüber auf den Weißen Planeten. Der Übergang ist sanft, und jeder fällt dabei in einen Traumzustand.

Wüste ohne Himmel

Auf der Panamericana durch den Süden Perus

12.9.2015 - Copacabana (49737 km)

Am Morgen des Aufbruchs in Nasca ist das Seilschloss am Fahrrad an einer Stelle nass. Ich wische es mit den Fingern trocken. Dann plötzlich Verwunderung: Warum ist das Schloss nass? In Nasca hat es seit Monaten nicht geregnet. Ich schnuppere an den Fingern - bäh! Eine Katze hat an dem Schloss ihr Revier markiert. Mal sehen wie sie damit klarkommt, dass ihr Territorium bald bis zum Titicacasee reicht.

In Ecua-dor kein Äqua-tor ...

... und auch kein Vulkan (Ecuador / Nordperu)

5.8.2015 - Chaclacayo (48199 km)

Bei Chiclayo stoße ich wieder auf die Panamericana und tauche zugleich ab unter den typischen Hochnebel an der peruanischen Küste. Die Welt wird trist. Die Wüste ist grau, die Häuser sind grau, und die dichte graue Nebeldecke lässt nur fahles Licht durchschimmern. Die Sonne ist nicht einmal zu erahnen. Die Menschen sind auch irgendwie grau. Sie passen sich der Stimmung an, sind vorzugsweise mürrisch, muffig, manchmal auch etwas finster.

Zona Roja

Durch Guerilla-Land nach Ecuador

5.7.2015 - Penipe (46180 km)

Zur Belohnung kriegt das Küken am Ende Küsse von der Hübschen auf den Schnabel. Oh Mann - sie hat so volle und trotzdem so natürliche Lippen. In anderen Teilen der Welt gibt es das nur aufgespritzt. Ich würde grad' wirklich gern mit dem Küken tauschen.

Rückkehr der FARC

Und ein Treffen mit Pawel in Kolumbien

18.6.2015 - San Augustin (45226 km)

Das ist beruhigend. Normalerweise sind Behörden eher übervorsichtig, wenn es um die Sicherheit von Touristen geht. Solange mich an den Check Points niemand aufhält, dürfte die Lage wirklich relativ gut sein. Ich bin fast sicher, dass es keine Probleme geben wird. Und trotzdem wäre ich lieber schon 300 Kilometer weiter, an der Grenze zu Ecuador.

Das Paradies vor Panama

Mit dem Segelboot von Panama nach Kolumbien

28.5.2015 - Bucaramanga (44211 km)

Bis vor 20 Jahren benutzten die Kuna kein Geld, sondern bezahlten hauptsächlich mit Kokosnüssen, erzählt Youyou. Auch heute noch sind die Kokosnüsse ein wichtiges Handelsgut. Der Preis wird jährlich in Ratssitzungen einheitlich für den Archipel festgelegt.

Die Lücke

(Costa Rica & Panama)

9.5.2015 - Panama City (43455 km)

Doch ich komme zu spät in Panama City an. Das Schiff ist mir quasi vor der Nase weggefahren, vor einer Woche hat es zum letzten Mal in Colon abgelegt. - Fliegen möchte ich nicht, auch wenn das nun die günstigste Lösung wäre. Derzeit sitze ich in Panama und suche nach einem Weg, doch noch irgendwie über das Meer nach Kolumbien zu kommen.

Zehn Gramm

(Nicaragua)

14.4.2015 - Quepos / Costa Rica (42737 km)

"Wenn in der Zwischenzeit der Bürgermeister einer Partnerstadt wechselt, schicken wir Ihnen einen aktualisierten Brief nach", sagte Elisabeth Preuß, als sie mir beim Start zur Tour de Friends die Erlanger Grußschreiben übergab. -- 'Und wenn *unser* OB in der Zwischenzeit wechselt?' dachte ich bei mir. -- Tatsächlich sollte es nur ein Jahr später so kommen. Ein weiteres Jahr danach ergibt sich in Nicaragua die schöne Gelegenheit, den neuen Erlanger OB Florian Janik kennenzulernen.

Sicher? Ist der Tod.

Durch Mittelamerika

18.3.2015 - Managua / Nicaragua (41980 km)

Das alles nutzt mir nichts. Als auf dem kurzen Weg zum Supermercado der eine mich packt, ich mich losreißen will, aber dabei stürze und plötzlich auf dem Rücken liege, und der andere kommt, mit einem Messer in der rechten Hand, das eigentlich kein Messer ist, sondern eine kleine Machete mit einer 40-Zentimeter-Klinge, bin ich nur einer mehr, der in einer mittelamerikanischen Großstadt überfallen wird.

Fahr'n, fahr'n, fahr'n ...

... auf der Autobahn (Mexiko)

13.2.2015 - Bacalar / Mexiko (40279 km)

Auch hier in Mexiko führt mitunter kein Weg an der Autobahn vorbei. Wenn man etwa Guadalajara in Richtung Mexico City verlässt, bleibt gar keine andere Wahl. Hört sich nach Stress an, aber die Autobahn hat einen großen Vorteil: einen breiten Seitenstreifen, der die Sicherheit für Radler enorm erhöht.

Viel Wind

Auftakt durch Mexiko über die Baja California

8.1.2015 - Guanajuato / Mexiko (37899 km)

Nordeste packt mich mit aller Kraft und lacht mir hämisch ins Gesicht: "Das hättest du dir wohl so gedacht, dass du ungeschoren über die Baja California kommst!" Er greift vorn an die Packtaschen und schüttelt mich, drückt mich nach links und gleich darauf nach rechts. Dann stemmt er sich gegen mich, dass ich beinahe stehenbleibe. Und er lacht mich wieder aus.

Route 66

Mit Wolfgang via Grand Canyon zur Erlanger Partnerstadt Riverside

9.12.2014 - La Paz / Mexiko (36558 km)

Auch in Essex - rund 30 Kilometer weiter - steckt noch etwas Leben. Aus der "100" (Einwohner) am Orteingang hat ein Witzbold ein "10.0" gemacht. Allerdings stimmt auch das nicht mehr: Inzwischen wohnen hier nur noch fünf-Komma-null Menschen.

Der fliegende Cowboy

Durch das Death Valley nach Arizona und Utah

9.11.2014 - San Clemente / USA (34836 km)

Der Kampfjet kam angerast wie ein fliegendes Messer. 90 Grad auf die Seite gekippt und lautlos. Er flog so tief, dass ich Angst bekam. Ist das Absicht? Oder ist der Pilot in Not? Hat er den Flieger unter Kontrolle? - Er sauste über unsere Köpfe hinweg, betäubender Lärm folgte. Eine Stunde später sollte er UNTER unseren Füßen an uns vorbeifliegen. Ehrlich!

Green Card

Ein Wiedersehen mit dem Russen Anton in den USA

19.10.2014 - Kanab / USA (33450 km)

Anton begleitete mich vor eineinhalb Jahren von der Erlanger Partnerstadt Wladimir über Moskau nach Shazk. Nach fünf Radeltagen verabschiedeten wir uns, und er fuhr auf dem direkten Weg zurück nach Wladimir. Als er zu Hause ankam, entdeckte er eine Nachricht, die sein Leben verändern sollte. Sie brachte ihn in die Vereinigten Staaten. Südlich von San Francisco werde ich ihn jetzt wiedertreffen.

Aufgeweckt

(USA)

15.9.2014 - Davis / USA (31585 km)

In den vergangenen zwei Monaten fühlte ich mich sehr sicher im ländlichen Kanada. Aber der Datenklau in Vancouver weckte mich auf. Schon kurz vor der Ausreise in die USA hatte ich das Paradies verlassen.

Green Lake

(Kanada)

26.8.2014 - Beaverton / USA (30226 km)

Kanada erlebe ich weiterhin als Traumland. Schier grenzenlose Weite, Platz zum Atmen, freundliche und offene Menschen. Nur der Abschied aus Kanada ist ernüchternd. Wenn du in Vancouver Geld aus den Automaten ziehst und am gleichen Tag in Las Vegas 1200 US-Dollar von deinem Konto abgegriffen werden, war irgendwas faul in Vancouver.

Downhill

(Kanada)

2.8.2014 - Squilax / Kanada (28678 km)

Beim Erklimmen der beiden 2000-Meter-Pässe muss ich an Frank denken, den Schiffsagenten, der mich bei der Einreise in Prince Rupert betreut hat. Von Jasper nach Banff, das sei die richtige Richtung, hatte er gemeint. Bergab, denn Jasper liegt höher als Banff. Ich werde auch Frank den Downhill-Parcours von München nach Venedig empfehlen.

Pfefferspray

Ankunft in Kanada

14.7.2014 - McBride / Kanada (27657 km)

Im "Pioneer Inn" bekomme ich von kanadischen Kajakfahrern einige Tipps, wie man sich auf die Bären vorzubereiten hat. Bear Spray sei angeraten und ganz wichtig ein 15 Meter langes Seil, damit ich meine Lebensmittel nachts in die Bäume liften kann. Fünf Meter hoch und mit mindestens zwei Metern Abstand vom Stamm.

Der lange Freitag

Mit der "Hanjin Ottawa" über den Pazifik

26.6.2014 - Prince Rupert / Kanada (26167 km)

Die Zeitumstellung verteilt der Kapitän gleichmäßig auf die gesamte Reise. Würden wir uns exakt nach den Längengraden richten, müssten wir die Uhr zunächst in langen und weiter nordwärts in immer kürzeren Abständen vordrehen, weil die Längengrade dort ja näher und näher zusammenrücken. Ganz oben am Pol ist das extrem: Wenn ein Polarforscher in einem engen Kreis um die Würstchenbude am Nordpol läuft, stellt er alle paar Schritte die Uhr eine Stunde vor.

Reifer Reifen

(China)

1.6.2014 - Shanghai / China (26167 km)

Der Hinterreifen ist kaputt. Endlich! -- Ein rhythmisches Geräusch während einer Abfahrt hat mich aufgeschreckt. Ich bremse ab, gerade noch rechtzeitig. Der Schlauch quillt bereits als Blase durch einen Riss in der Reifenflanke. Noch ein paar Umdrehungen mehr, und er wäre mit einem lauten Knall geplatzt. Der Reifen ist hinüber - aber er hat sage und schreibe 25.000 Kilometer durchgehalten.

Die Krone von Thailand

oder: Beim Chianarzt in Chiang Mai (Thailand / Laos / Vietnam)

19.4.2014 - Hanoi / Vietnam (23088 km)

Das Reisgericht war vollvegetarisch, pikant gewürzt, groß in der Portion und bei einem Preis von 50 Cent durchaus erschwinglich. Teuer sind jetzt nur die Folgekosten -- wegen des Steins im Reis. Es gab ein hässliches Geräusch, als der Stein zwischen die beiden Backenzähne geriet. Danach wanderte die Zunge rechts oben durch ein tiefes Loch.

Mitgefangen

(Indien / Myanmar)

18.3.2014 - Chiang Mai / Thailand (21312 km)

Jörn hätte kein Problem, wenn ich allein weiterführe, aber die einheimischen Reiseführer trauen sich nicht, über ihren Schatten zu springen. Sie sind in einem Überwachungsstaat mit Spitzeln und Denunzianten aufgewachsen. Myanmar verändert sich zwar in Richtung Demokratie und Freiheit, doch das funktioniert nirgendwo auf der Welt von heute auf morgen.

NH5 - Flug nach Kalkutta

(Indien)

17.2.2014 - Imphal / Indien (20254 km)

Von Darjeeling kehre ich zurück ins Tiefland von Westbengalen, durchquere dann den Bundesstaat Assam, wo auffallend viel Militär unterwegs ist. Es gibt zahlreiche Checkpoints auf den Straßen. Am ersten Abend in Assam bringt mich die Polizei in einem nichtöffentlichen Guesthouse unter und eskortiert mich für das Abendessen zu einer Imbissstube.

Ingenieure in Hängematten?

(Indien)

24.1.2014 - Kalkutta / Indien (18511 km)

"Goa" und "Elektronik-Industrie" passen im Kopf irgendwie nicht so recht zusammen. Wie soll man sich das vorstellen? Software-Entwickler liegen in Hängematten zwischen Palmen, mit dem Notebook auf dem Schoß und einer Kokosnuss in der Hand?

Kailasa - alles nur *ein* Stein

(Indien)

29.12.2013 - Bangalore / Indien (16573 km)

Der Kailasa-Tempel ist das unumstrittene Meisterstück in Ellora. Eine rein monolithische Tempelanlage von 90 mal 60 Metern Grundfläche - nur etwas kleiner als ein Fußballfeld - und mit dem Turm auf der Ostseite 30 Meter hoch. Aus dem Fels herausgeschlagen und ausgehöhlt vor mehr als 1200 Jahren.

High Way - Karakorum

(China / Pakistan)

11.11.2013 - Jaipur / Indien (13636 km)

Am nächsten Morgen ist draußen alles weiß. Unten Schnee, oben Wolken. Ein paar Yaks stehen herum, denen es egal zu sein scheint, dass sich Schnee in ihrem Fell festgesetzt hat. Ich traue mich nicht weiter. Vor mir liegt der 4100 Meter hohe Ulugrabatdavon-Pass, und ich habe Angst vor dem eisigen Wind. Ich bleibe einen Tag am Karakol-See und hoffe auf besseres Wetter.

Die Reise des Reisepasses

(Usbekistan / Kirgistan / China)

15.10.2013 - Kashgar / China (11956 km)

Am Donnerstag komme ich nachmittags in Tashkent, der usbekischen Hauptstadt, an - und bin erstaunt: Das DHL-Tracking offenbart, dass ich auf diesen ersten 350 Kilometern meinen Pass glatt eingeholt habe. Erst am Freitag macht er sich auf die Weiterreise von Tashkent nach Europa.

Usbekistan zählt

(Usbekistan / Kirgistan)

27.9.2013 - Osh / Kirgistan (11606 km)

Samarkand ist keine Enttäuschung, aber Buchara soll schöner sein. Das nächste Ziel, knapp 300 Kilometer entfernt. Doch nach Buchara komme ich nicht mehr.

Reich!

(Kirgistan / Usbekistan)

26.8.2013 - Samarkand / Usbekistan (10762 km)

Ach ja, und dann hat sie ja aus dem Fernsehen erfahren, dass es in Deutschland einen nationalen Bierfeiertag gibt. - Oh! Ich bin überrascht! Der ist dann erst in den letzten Monaten eingeführt worden. Bei meiner Abreise gab es diesen Feiertag noch nicht.

Durchgelassen

(Kasachstan / Kirgistan)

4.8.2013 - Bishkek / Kirgistan (9423 km)

Liebe Innenminister Russlands, Kasachstans und all der anderen Ex-Sowjet-Staaten! - Denkt doch bitte mal über den Sinn der Registrierungspflicht nach! Braucht Ihr die wirklich noch? Man kann sich doch längst frei bei Euch bewegen. Die Meldepflicht ist nicht nur für den Reisenden lästig, sie führt auch bei Euch zu unnötiger Bürokratie. Sie ist ein Relikt aus alten Sowjet-Zeiten, Ihr habt nur vergessen, sie abzuschaffen. - Schafft sie jetzt ab, am besten noch heute!

Abgewiesen

(Kasachstan)

24.7.2013 - Kegen / Kasachstan (8869 km)

Wind und Wut treiben mich auf dem Rückweg an. Nach weniger als eineinhalb Stunden bin ich wieder in Kegen. Hoffentlich kommt die Polizei hier nicht zu dem Schluss, dass ich schwerwiegend gegen die Meldepflicht verstoßen habe. Sonst bekomme ich sogar noch einen kostenlosen Transfer zurück nach Almaty.

Steppe

(Kasachstan)

16.7.2013 - Almaty / Kasachstan (8542 km)

Wenn man die Landkarte auf der Lenkertasche 3000 Kilometer lang nicht wenden muss, dann ist entweder die Lenkertasche so groß wie ein Schreibtisch oder die Landkarte hat einen eher kleinen Maßstab.

Zeitsprung

(Russland / Kasachstan)

24.6.2013 - Astana / Kasachstan (7207 km)

Als im Februar dieses Jahres ein großer Meteorit über Russland niederging und die Medien ausführlich berichteten, war das für mich 'irgendwo in Russland'. Irgendwo in diesem unfassbar großen Land, in das Deutschland fast 50-mal hineinpasst. Heute erfahre ich, dass der Meteorit quasi über Antons Kopf hinweg geflogen ist.

Zurück Richtung Deutschland

(Russland)

30.5.2013 - Samara / Russland (5148 km)

Das erste Tretlager, das sie einbauen, ist zu kurz. Schade, denn das ist immerhin ein Shimano-Lager. Ein zweites, das sie irgendwo in der Nachbarschaft aufgetrieben haben, passt. Aber es ist ein No-Name-Teil für gerade mal 8,50 Euro. Wenn ein 100€-Tretlager 4.500 Kilometer hält, kommt man mit einem solchen Billigteil rein rechnerisch rund 400 Kilometer weit. Ich bin gespannt, wie lange es tatsächlich hält.

Angekommen

(Russland)

9.5.2013 - Wladimir / Russland (3773 km)

Eines Tages würde es passieren, das wussten wir. Eine Überraschung war es also nicht. Aber irgendwie geschah es dann doch etwas plötzlich: Wir sind in Wladimir angekommen.

Bald Halbzeit auf dem Weg nach Wladimir

13.4.2013 - Panevezys / Litauen (1568 km)

Am 28. März sind wir in Richtung Nordosten aufgebrochen. Vor dem Erlanger Rathaus starteten 20 Radler - Freunde, Kollegen und sogar einer, den ich bisher noch gar nicht kannte (Tom - unkompliziert, hat sich prima eingefügt).

Die MSF-Spendenaktion

26.3.2013 - Erlangen (0 km)

Die bevorstehende Weltumradlung möchte ich mit einer neuen Spendenaktion zugunsten "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) verbinden: Werdet Pate einer Teiletappe, deren Länge Ihr selbst bestimmen könnt.

Es geht wieder los!

... am 28.3.2013, um 9 Uhr, vor dem Erlanger Rathaus

3.3.2013 - Erlangen (0 km)

"Wann willst du denn eigentlich wieder abhauen?" Das war eine der kritischen Fragen, die mir mein Chef stellte, nachdem ich mich im Februar 2005 bei der Siemens AG für die Rückkehr in meinen alten Job beworben hatte. Unsere Arbeit ...
 

Maks

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