Lemlem - Die Tour de Friends

85.000 Kilometer mit dem Fahrrad um den Globus -- die 54. Etappe

Zu Gast bei den Schurken

oder: Bei den Bösen auf Achse

Besonders angenehm bei den Begegnungen mit den Sudanesen ist, dass es ihnen einfach nur um die Gespräche mit dem Fremden geht. Niemand ist auf das Geld des Besuchers oder auf andere Vorteile aus. Keiner fragt mich, ob ich ihm ein Visum für Deutschland organisieren kann. Ohne jeden Argwohn kann ich mich auf alles einlassen. Solche ungezwungenen Kontakte sind in Afrika selten geworden. - weiter ...


Etappen-Pate werden! - Mit einer Spende für Ärzte ohne Grenzen.

Bahir Dar, 12. Dezember 2016

Heute wurde der 17.000ste Euro für diese Aktion gespendet. Das heißt, dass insgesamt 85.000 Radelkilometer ihre Paten gefunden haben. Viel mehr als diese 85.000 Kilometer werde ich auf dieser Reise nicht im Sattel sitzen. Somit kann ich Euch leider keine weiteren Etappenpatenschaften mehr anbieten. Wem das nichts ausmacht - Spenden sind natürlich weiterhin willkommen.

Vielen Dank, auch im Namen von "Ärzte ohne Grenzen" - Peter

Die Tour de Friends

Es ist ja bekannt, dass das Reisevirus hartnäckig ist. Aber immerhin habe ich es nach meiner ersten Erdumradlung (-> www.lemlem.de) fast neun Jahre lang in Deutschland ausgehalten.

Nun musste ich mal wieder raus aus dem mitteleuropäischen Alltag. Von März 2013 bis Mitte 2017 möchte ich mir die Welt noch einmal vom Fahrradsattel aus anschauen. Das Fahrrad ist für mich das ideale Reisefahrzeug, weil man nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam unterwegs ist. Und wenn du irgendwo ankommst, ist da dieses wunderbare Gefühl, dass du es dir auch wirklich verdient hast (-> mehr zum "Warum?").

Die Route ist einfach: Europa -> Asien -> Nord-, Mittel- und Südamerika -> Afrika -> Europa. Mit den vielen Schleifen und Umwegen werden - wenn ich nicht vorher schlappmache - ungefähr 85.000 Fahrradkilometer zusammenkommen.

 

"Wären wir nicht zum Reisen bestimmt, hätten wir Wurzeln - und nicht Füße."

Auf dem Weg liegen alle sieben Partnerstädte (*) meiner Heimatstadt Erlangen. Für jede dieser Städte steckte beim Start ein Grußschreiben des Erlanger OBs Siegfried Balleis (**) in meinen Gepäck. Den ersten Brief habe ich Anfang Mai 2013 überreicht -- in der russischen Partnerstadt Wladimir, wo es einen herzlichen Empfang gab. Eineinhalb Jahre später hat Mayor Rusty Bailey im kalifornischen Riverside den Grußbrief entgegengenommen, der nach 19 Monaten in den Packtaschen noch in einem erstaunlich guten Zustand war.

In San Carlos, der Erlanger Partnerstadt in Nicaragua, bin ich am 24. März 2015 eingetroffen - zwei Jahre nach dem Start zur Tour de Friends. Die Erlangen-Jena-Delegation, die nur eine Woche vorher San Carlos besuchte, habe ich dort leider knapp verpasst. Doch wir konnten uns in San Marcos treffen, der Partnerstadt von Jena. Eine gute Gelegenheit, den neuen Erlanger OB Florian Janik kennenzulernen.

Die nächste Partnergemeinde - Istanbuls Stadtteil Besiktas - liegt von San Carlos ungefähr zwei Reisejahre entfernt.

In den kommenden Jahren könnt Ihr auf dieser Seite die Reise mitverfolgen. In unregelmäßigen Abständen werde ich Berichte und Bilder von unterwegs einstellen. Wer mag, kann sich -> für den Newsletter eintragen.

Ihr könnt außerdem -> hier die Reiseroute verfolgen und gern auch zur Unterstützung von "Ärzte ohne Grenzen" -> Pate einer Etappe werden.

Viel Spaß beim Mitreisen wünscht Euch

              Peter


(*) Seit dem Sommer 2013 hat Erlangen eine achte Partnerstadt: Riverside in den USA. Vorsorglich wurde mir beim Start das entsprechende Grußschreiben auch gleich mit auf den Weg gegeben.

(**) Die Zeit fliegt: Im Mai 2014 hat Florian Janik in Erlangen das Amt des Oberbürgermeisters übernommen. Ich werde aber natürlich die Original-Grußschreiben ausliefern, die Ex-OB Siegfried Balleis verfasst hat.

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Vor dem Rathaus in Erlangens Partnerstadt San Carlos / Nicaragua (Foto: Ineke de Groot)

 Die neuesten Reiseberichte

Zu Gast bei den Schurken

oder: Bei den Bösen auf Achse

1.2.2017 - Abu Sir (75382 km)

Besonders angenehm bei den Begegnungen mit den Sudanesen ist, dass es ihnen einfach nur um die Gespräche mit dem Fremden geht. Niemand ist auf das Geld des Besuchers oder auf andere Vorteile aus. Keiner fragt mich, ob ich ihm ein Visum für Deutschland organisieren kann. Ohne jeden Argwohn kann ich mich auf alles einlassen. Solche ungezwungenen Kontakte sind in Afrika selten geworden.

Das Irrenhaus

2.1.2017 - Karima (73663 km)

Wenn noch ein paar Männer dazukommen, können sie mich zerrupfen. Ich spüre wieder diese gefährliche äthiopische Tendenz zur Mobbildung. Als sich ein Bus von hinten nähert, fahre ich auf die Mitte der Straße, um das Fahrzeug zum Halten zu zwingen. "Shifta! Shifta!" rufe ich ("Banditen!") und deute auf die Verfolger. Während einige Passagiere auf die Männer einreden, nutze ich die Zeit, um Boden gut zu machen.

Der strauchelnde Strauß

Durch den Norden Kenias

9.12.2016 - Bahir Dar (72206 km)

"Willst du wirklich ausgerechnet jetzt durch Äthiopien fahren?" fragt Chris. Er führt das Globetrottercamp 'Jungle Junction' in Nairobi, den bekanntesten Treffpunkt der Afrikareisenden im Osten dieses Kontinents. Er erzählt, dass in den letzten Wochen - unabhängig voneinander - drei seiner Gäste wieder zurückgekommen sind, weil sie sich in Äthiopien nicht sicher gefühlt haben. Und die waren nicht mit dem Fahrrad unterwegs, sondern in Autos.

Einfädeln ins Nadelöhr

Ruanda / Uganda / Kenia

20.10.2016 - Nairobi (69769 km)

"Sie haben ja die Möglichkeit, nach Addis Ababa zu fliegen", erwidert die Konsulin. "Am Bole Airport bekommen Sie als Deutscher ein Visum." -- Warum denn fliegen? Auf meiner gesamten Reise war noch kein Flug nötig. Nicht einmal über die Ozeane. Und es gibt ja schließlich einen Landweg von Kampala über Kenia nach Äthiopien. "Kann man das Visum an der Grenze bekommen?" Eine rhetorische Frage von mir, denn die Antwort kenne ich.
 

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Das Forum zum Thema "Fahrrad und Reisen": www.radreise-forum.de

Pias Glückwünsche

Reiseroute verfolgen und mit einer Spende für Ärzte ohne Grenzen Etappen-Pate werden!

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